Dienstag, 15. Mai 2012

Rhabarber, Rhabarber...


Bei einem Gläschen Rhabarbersirup mit kühlem Blubberwasser lassen sich sonnige Sommernachmittage aufs angenehmste mit Gärtnerfreunden schwätzend verbringen. Für Gartenarbeit ist es gerade zu heiß. Das Gemüse wächst auch ohne unsere Hilfe. Der schattige Platz unter dem Apfelbaum der beste im ganzen Garten. Das Leben ist schön!

Fruchtig-süßer Rhabarbersirup

Zutaten für 6 Liter:

3,5 kg Rhabarber
2 l Wasser
3 kg Zucker
200 ml Zitronensaft

1. Rhabarber waschen und ungeschält in ca. 5 cm lange Stücke schneiden.
2. Zusammen mit Wasser in einen möglichst großen Topf geben und zum kochen bringen. Vorsicht: Rhabarber schäumt stark! Ca. 20 Minuten kochen bis der Rhabarber zerfallen ist.
3. Sieb mit sauberem Küchentuch auslegen. Rhabarbermasse darauf geben, gut ausdrücken.
4. Saft mit Zucker und Zitronensaft vermischen und erneut aufkochen. Es dauert eine Weile bis die Rhabarberzuckerlösung kocht.
5. Sofort in vorbereitete Flaschen mit Bügel- oder Twist-Off-Verschluss füllen.


Tipp:
Der Sirup hält sich wegen des hohen Zuckergehaltes ziemlich lange. Mir schmeckt er nicht nur   verdünnt mit Wasser oder Sekt. Ein Klecks auf eine ordentliche Portion Eis oder noch besser über frisch gebackene Pfannkuchen - einfach köstlich!

Samstag, 12. Mai 2012

Tiere im Horrorgarten


Außer einem

  • namenlosen, je nach Sichtwinkel, süßem (unsere Kinder) oder bedrohlichen (Salatpflanze, Gärtnerin) Kaninchen
  • Willi Wucher dem je nach Sichtweise, todesmutigen (Rotkehlchenfrau) oder todesmüden (Gärtner) Rotkehlchen 
  • und Waldi dem je nach Sichtweise kitschigen (unsere Kinder) oder coolen (Wir) Keramikdackel 

hatte der kleine Horrorgarten bislang keine garteneigenen Tiere zu vermelden.

Das hat sich in dem Moment geändert, als ich einen Haufen alter Betonplatten, dazu verwenden wollte, um erstgenanntes Kaninchen endgültig aus unserem Garten auszusperren. Unter einer der Platten saß unser neues Horrorgartentier: Kühlwalda, die Erdkröte! Ihr Blick lies keinerlei Interpretationsspielraum zu. Ich habe, wie befohlen, die Platte unverzüglich wieder hingelegt und mich getrollt.

Einen einzigen Blick und ein schnelles Foto habe ich mir am nächsten Tag aber doch noch gegönnt.


Und mich gefreut wie ein Schneekönig, als sie immer noch da war. Den Holz-, Reisig- und Steinhaufen unter dem sie lebt habe ich letzten Herbst aufgeschüttet. Vordergründig natürlich ökologisch motiviert (Igelwohnung, Insektenunterschlupf und so), aber irgendwie auch weil ich nicht wusste wohin mit den dickeren Ästen und alten kaputten Betonplatten. Umso schöner, dass der ursprüngliche Plan so wunderbar aufgegangen ist.

Willkommen Kühlwalda!

(Als Draufgabe noch ein kleines, aber feines Wikipediadetail über Erdkröten: Ihre Nahrung ziehen sie vor dem Verzehr wie Spaghetti durch ihre Finger, um Erdreste abzustreifen. Ein echter Gourmet, wie es scheint.)


Donnerstag, 10. Mai 2012

Blondinen bevorzugt!


Manchmal bin ich blond. Also jetzt nicht auf dem Kopf. Mehr so innendrin. Wie letztens, als ich ein kleines bisschen Zeit hatte und beschloss mal eben schnell die Bewässerungsanlage für das Gewächshaus zu installieren.

Mal eben schnell war nicht.
Oder wie der Teenie sagen würde: "Was für schnell?"
Vier Stunden, ein Hitzschlag und ein Ersatzdaumen später war ich fertig. Und zwar so was von!

Damit die Tomaten im Gewächshaus und auch die Kartoffeln, die in Säcken dahinter stehen, während berufsbedingter sommerlicher Abwesenheit nicht leiden müssen. Und auch die diversen Gießfreundschaften nicht übermäßig strapaziert werden, habe ich ein Bewässerungssystem besorgt. Lange habe ich im Netz nach der optimalen Lösung gesucht. Die Entscheidung fiel letzten Endes spontan aufgrund eines Supersonderangebots im Gartenmarkt. Das Maxiset zum halben Preis, da musste ich nicht lange nachdenken.

Wir müssen leider draußen bleiben!
Mit Denken fing ich erst an, als ich das Set nach drei Monaten aus der Ecke holte. Die Tomaten waren bereits ins Gewächshaus eingezogen. Die Kartoffeln gepflanzt. Der Mann hat geholfen und alle Tonkegel ins Wasser gelegt, bevor er den sogenannten Druckregulierer installieren wollte. Der allerdings glänzte durch Abwesenheit.

Beim Anruf im Gartenmarkt hatte ich schon mit Hindernissen gerechnet. Schließlich lag der Kauf eine ganze Weile zurück. Den Bon gab's aber noch und ich vertraute ganz auf meine Überzeugungskraft. Ziemlich erstaunt war ich, als ich niemanden überzeugen musste. Ja, das glaubt er mir wohl, dass der Regulierer fehlt. Die Sets wären unvollständig. Hätte ja schließlich einen Grund, dass die so billig waren. Ich könnte das wohl zurückbringen und das Geld krieg ich dann wieder.

Dumm nur, dass auf der Packung über die Unvollständigkeit kein Wort verloren wurde. Dumm auch, dass ich kein Geld, sondern den Regulierer (der einzeln immerhin 30 Euro kostet), und zwar gerne schnell, wollte. Schließlich warteten im Gewächshaus jede Menge durstige Tomaten, Paprika und Auberginen darauf.

Ich war erstmal sprachlos und das Gespräch zu Ende.

die durstigen Tomaten

Am nächsten Tag habe ich zwar nicht meine Sprache, aber doch die Tastatur am Computer gefunden und einen ebenso freundlichen wie deutlichen Brief an die Geschäftsführung geschrieben (gepriesen sei das Internet, denn bis zum Briefkasten hätte meine Empörung wohl nicht gereicht). Die Antwort kam postwendend.

Den gesamten O-Ton lass ich jetzt mal weg, nur soviel: ich bin immer noch Kundin bei ebenjenem Gartenmarkt und inzwischen stolze Besitzerin eines Druckregulierers und darüber hinaus eines zweiten Bewässerungssets, als freundliche Draufgabe. "Weil unvollständig sind die natürlich unverkäuflich", sagt die Geschäftsführung und "zufriedene Kunden ihr höchstes Gut".

hängen inzwischen alle am Tropf

Gut so!
(Nur, wenn ich vorher schon gewusst hätte, wie ich mich nach dem Installieren fühle, dann wäre ich vielleicht doch mit dem Rückgabeangebot einverstanden gewesen :-))

Und genau darum bevorzugen die Tomaten, die Paprika und auch die Auberginen Blondinen.


Sonntag, 6. Mai 2012

Thumbs up!


Regelmäßige Leser dieses Blogs kennen ihn schon: meinen Daumen! Statt Grün ist er in der Regel eher Braun. Ganz besonders am Rand und unter den Nägeln (oben im Bild mit dem allerersten erntefrischen Miniradieschen). Ich habe schon einiges probiert um ihn nach getaner Arbeit wieder in den gewünschten rosigen Zustand zu versetzen. Das meiste war vergebene Liebesmüh.
  • Handschuhe sind entweder zu dick um winziges Unkraut zu rupfen oder zu schwitzig, wie die eng anliegende Einmal-Variante aus Plastik. Außerdem habe ich bisher alle Modelle an Daumen und Zeigefinger im Handumdrehen verschlissen (außer den edlen senfgelben, vom Mann geschenkten, Rosenhandschuhen aus feinem Leder natürlich)
  • Seife unter den Nägeln klappt kurzfristig und wenn es trocken ist. Meist wühle ich zu lange in der Erde und in der Regel ist die feucht und die Seife rapzap verschwunden.
  • Profischutzmittel für Mechanikerhände fällt wegen unangenehmem Geruch und sonst aus dem gleichen Grund wie die Seife aus. Wenn es feucht wird, löst es sich zu schnell auf.
  • Reinigungsmittel für danach hab ich ebenfalls reichlich probiert. Eines roch so scharf, dass ich damit nicht mal meine Toilette reinigen wollte. Andere duften herrlich und sind mit kleinen Schleifpartikeln durchmischt, aber den braunen Rändern können sie nicht viel anhaben.
  • Gründliches Haare waschen minimiert das Braun zumindest (die Haare wirken quasi wie Zahnseide unter den Fingernägeln), aber ganz weg geht es auch dabei nicht.
Die ultimative Lösung habe ich schließlich im Drogeriemarkt gefunden. Nicht etwa beim Regal mit den Reinigungsmitteln fürs Grobe. Nein! Die neuen Nagellackfarben sind meine Rettung. Braun in 100 Varianten: "Schlammbraun, Schieferbraun, Ockerbraun, Lattemacchiatobraun, Toffifeebraun, Schokobraun...".

Nach gründlichem Erdfarbstudium habe ich mich für einen graubraunen Ton aus der sogenannten "Wild at heart" Kollektion entschieden. Weil, wilde Herzen passen schließlich gut in den kleinen Horrorgarten. Und irgendwann installiere ich (mit frisch lackierten Nägeln natürlich) ganz bestimmt auch diesen wunderbaren Schriftzug der großartigen Anna Garforth an unserem Gartenzaun:

Quelle: crosshatchling.co.uk



Mittwoch, 2. Mai 2012

Häschen in der Grube

Quelle Wikipedia

Das große Graberätsel ist gelöst! Den Tag der Arbeit wörtlich nehmend, war ich am ersten Mai fleißig und wollte unter anderem unseren 1000 Liter Tank auf Dichtigkeit überprüfen. Ich war recht überrascht, als mich auf dem Boden liegend, ein entzückendes Kaninchen freundlich anblickte, bevor es blitzschnell verschwand. Der Hohlraum unter dem Wassertank scheint ihm als Zwischenwohnung nur mäßig behagt zu haben, weshalb es wohl immer wieder neben dem Johannisbeerstrauch einen geräumigen Familienbau anlegen wollte. Frauke lag also mit ihrer Vermutung richtig. Es war ein Kaninchenbau!

Zusammen mit dem Nachbarn zur Rechten haben wir uns direkt an die Zaunsicherung gemacht. Wie gut, dass wir die alte Terrasse stark verkleinert und deshalb jede Menge nutzlose Betonplatten übrig haben. Die werden jetzt zu zwei Dritteln in den Boden eingegraben, um zumindest den regen Kaninchenwechsel zwischen den Gärten zu unterbinden.

Alternativ habe ich mich nach Vertreibungsmethoden im Internet umgesehen. Der Vorschlag täglich auf die Beete zu pinkeln, ging mir dann doch zu weit. An Hundehaare in der benötigten Menge komm ich nicht ran. Bleibt der Versuch Hornspäne überall zu verteilen (leichte Dauerdüngung kann ja im Prinzip nicht schaden). Oder doch auf ein sogenanntes Fernhaltemittel auf Basis pflanzlicher Inhaltsstoffe zurück zu greifen.


Arrangieren geht wohl eher nicht - wenn wir Salat, Kohlrabi und Brokkoli selbst ernten wollen. Im Gegensatz zu diesen, wächst einem eine vermehrungsfreudige Kaninchenfamilie, nämlich schnell über den Kopf. Fünfmal im Jahr bis zu sechs Junge, da wird der Horrorgarten ja rapzap zum Kaninchengehege! Dann gibt's nicht nur kein Gemüse, sondern auch noch Stress mit der Kleingartenverordnung, die Tierhaltung strikt untersagt :-)


Montag, 30. April 2012

Illegale Gartenbesetzung


Wann ich die Zuckererbsen im Hochbeet gelegt habe, weiß ich leider nicht mehr genau. Zwei Reihen waren es. Eine Reihe No-Name-Gartenmarkt-Erbsen und eine Reihe Posthörnchen (eine alte Sorte, die ich über den Verein Freie Saaten erhalten habe). Misses No-Name steht bereits 20 Zentimeter hoch, von letzterer sind zunächst nur ganz vereinzelt Pflänzchen erschienen. Beim zweiten Versuch hat es besser geklappt, die Reihen sind inzwischen geschlossen und ich freue mich schon auf die erste Ernte. Durch die zeitverzögerte Saat wird sie erfreulich lange dauern.

Was mit der ersten Saat passiert ist (ich konnte trotz intensiver Suche und wühlen im Hochbeet keine einzige der gelegten, nicht aufgegangenen, Erbsen finden) werde ich wohl nie erfahren. Vögel fallen aus, weil die ganze Zeit ein Glasdeckel drauf war.


Ein viel größeres Rätsel geben mir jedoch die Grabespuren im ganzen Garten auf. Zuerst dachte ich an Kaninchen. Davon gibt es hier reichlich und der Horrorgarten ist keine schlechte Wohnortwahl für die junge Kaninchenfamilie. Das Ehrenfeld, Schanzenviertel oder Prenzlberg der Schrebergartenanlage sozusagen - chabby Chic, hundert Prozent Öko, bisschen wild, aber eigentlich ungefährlich (Hunde und andere Kaninchenhasser müssen draußen bleiben).


Dagegen spricht, dass mein Forellensalat (der allerdings auch von unserem Steinadler bewacht wird) und auch sonst nichts angefressen wird. Na gut, vielleicht stehen die nicht auf alte Sorten, aber irgendwas müssen die doch futtern. Die Löcher werden immer wieder an den gleichen Stellen gegraben. Ich schaufele sie regelmäßig zu und seit neuestem lege ich alte Betonplatten darauf. Der Optik ist das nicht zuträglich. Der stark betroffene Gartenteil, indem eigentlich Johannisbeeren, Gladiolen und Dahlien wachsen sollen, gleicht inzwischen einem typischen deutschen Vorgarten. Wenn ich denn mit dem Auto in die Anlage käme, könnte ich es jetzt problemlos dort parken.


Vielleicht ist die Wühlmausfamilie aus dem Kompost doch nicht ausgezogen. Aber ich finde nirgends den Eingang zu einem Wühlmausbau und die Löcher im Garten sind definitiv zu groß für Wühlmäuse. Das müssten schon Monstermäuse sein. Sehr mysteriös das ganze.

Wer hat einen Rat für mich?

Mittwoch, 25. April 2012

Magic Mushrooms


Also um erst gar keine falschen Gedanken aufkommen zu lassen: das Magische an den hier erwähnten Pilzen ist weniger die Wirkung, sondern vielmehr ihr zauberhaftes Erscheinen.

Ganz hinten in der (gelben) Gartenecke steht ein alter, ziemlich hässlicher, Thermokomposter, den wir halbgefüllt von unserem Vorgänger geerbt haben. Das Styropor auf seiner Innenseite ist größtenteils von einer (inzwischen hoffentlich verzogenen) Wühlmausfamilie als Dämm- und Baumaterial verwendet worden. Außen habe ich ihn im letzten Jahr halbwegs erfolgreich mit einem Rankgitter für die braunäugige Susanne zu verbergen versucht. Ab und zu habe ich Wurzeln und Unkräuter hineingeschmissen, die für den offenen Kompost zu dick oder zu hartnäckig waren.

Einigermaßen gut verdeckt von der
braunäugigen Susanne

Ohne Susanne echt kein Hingucker
Jetzt wollte ich mich endlich dem Inhalt widmen und das Teil, je nach Ergebnis, abbauen oder reaktivieren. Viel erwartet hatte ich nicht. Umso erstaunter war ich, als mich beim Öffnen des Plastikdeckels drei wohlgeformte Morcheln schüchtern anblinzelten. Einer der begehrtesten Speisepilze wächst in einem ollen alten Plastikkasten unbeachtet vor sich hin. Erstaunlich!


Abbauen ist jetzt nicht mehr drin. Aber was mach ich mit den Pilzen (mal abgesehen vom ernten und zubereiten)? Schaffe ich es, dass sie sich dauerhaft im Garten ansiedeln? Und wie? Soll ich einfach alles so lassen wie es ist? Oder das Kompostmaterial samt Pilzen und Pilzmycel entnehmen und neben dem Komposter lagern? Eine intensive Morchelrecherche ist wohl unumgänglich.

Weit weniger unerwartet, aber trotzdem erwähnenswert, ist die Champignonzucht, die seit Februar neben meinem Bett steht. Inzwischen haben wir an die drei Kilogramm leckere Champignons geerntet. Anfangs kleine Zwergpilze (weil ich die erste Ernte nicht erwarten konnte) und später Exemplare in Suppentellergröße (weil wir die rechtzeitige Ernte verpasst hatten). Lecker waren sie allesamt.




Bald ist es wohl vorbei mit der Herrlichkeit. Ermutigt von den Morcheln werde ich das verbrauchte Substrat an einem schattigen Plätzchen im Garten lagern und mich auf die Suche nach Kraftfutter in Form von Kuhfladen begeben. Vielleicht entwickeln sich die zahmen Hauschampignons ja auch zu magischen Wunderpilzen.